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Leserkommentare

03.04.2013 14:13 Uhr
von auch das noch:

was wohl m gorki dazu sagen würde? naja, eine angestellte kann auch durchaus glücklich früh um 7 zur anstellung fahren. eigentlich ist es doch ganz einfach, verteilt werden kann nur was ausgegeben, gespendet wird für kultur und kunst. ob an einer eingangskasse, galerie oder auch eben einfach so, weil „mäzen“(menschen) etwas fördern wollen. das einzelpersonen in form von leiter/n/innen, z.b., sich halt auch mal feudal(tiefsitzendes primatentum) verhalten ist menschlich. aber eigentlich ist es schon sehr lächerlich in deutschland, im moment, den aufstand zu proben. besser wäre es die protagonisten üben leute zum geld ausgeben zu animieren, für ihre kultur. dazu sollte doch ein schauspieler in der lage sein, animieren.

02.04.2013 15:44 Uhr
von Holkan:

Na, so was! Soll das etwa heißen, dass Schauspielerinnen sich den gleichen Regeln des Marktes unterwerfen müssen wie zum Beispiel eine Angestellte, die sich jeden Morgen um 7 Uhr zur Arbeit aufmacht, mit Tränen in den Augen ob ihres unglücklichen Schicksals? Na, und wo gibt’s denn so was, dass Widerspruch ggü. der Chefin nicht goutiert wird, siehe Kommentar von berjello? Wer kommt eigentlich für den Verdienstausfall des Theaters auf? Die verwöhnten Bühnenaspirantinnen?

02.04.2013 12:38 Uhr
von berjello rosso:

Anke, das spricht mir aus dem Herzen.
Sie könnten aber ruhig die widerliche Heuchelei der Theater-Leitung(en) benennen.
Schon bei der Wahl des Themas wird einem übel. „Aufstand proben“ oder so, die wollen doch ernsthaft zur Revolte aufrufen, sie wären die ersten die weggefegt werden müssten.
Es gibt kein abhängigeres Geschöpf als den fest angestellten- oder den Gast-Schauspieler. Im allgemein gültigen Haus-Tarif Vertrag ist bemerkt, dass ein Schauspieler dem leitenden Regisseur nicht widersprechen darf.
Das ist mit der sofortigen Kündigung abgesichert.
Auf der anderen Seite haben sich Frauen und Männer dieses Berufes schon mal mit Attributen aus allen Lebens Bereichen der nicht so feinen Art anreden oder anschreien zu lassen, ausschliesslich von Regisseuren und -rinnen.
Da waren die jungen Leute schon auf der richtigen Spur…
Exemplarisch auch zu sehen, wie sie mundtot gemacht, und in „Sippenhaft“ genommen wurden, denn sie waren Schuld, dass andere gehorsamere Spieler nicht auftreten durften, das ist widerwärtiges perfides Herrschaftsverhalten.
Das Theater für Schauspieler ist einer der wenigen Arbeitgeber, der ganz nach feudaler Struktur organisiert ist.
So, das geht eigentlich noch deutlicher…

02.04.2013 09:29 Uhr
von anke:

Es ist wirklich schade, dass „Aufstand […] nicht geprobt werden [kann]“. Übung macht den Meister, heißt es ja. Und es wäre so viel leichter, „immer auf der Seite der Rebellierenden“ zu sein, wenn diese Leute nicht gar so oft mit ihrem Hintern alles wieder einreißen würden, was sie (und andere) mühsam mit den Händen aufgebaut haben.

Übrigens: Dass der sogenannten „Kulturbetrieb“ kaum etwas anderes hervorbringt als „Bittsteller“, könnte damit zu tun haben, dass auch er „geführt“ wird. Von Leuten, die das Herstellen von Abhängigkeiten für ihre aller größte Stärke halten. Die Pyramiden werden steiler, auch in der Kunst. Und Kultur „im weitesten Sinne“ ist nun einmal „alles was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt“. Außer Abhängigkeiten aber produziere Führer eigentlich bloß noch Sprechblasen. Worte wie „Aufstand“, meine ich, die nachher nicht so gemeint waren und die als „unverschämt“ gelten, wenn sie sich gegen die Hand wenden, die das (gespendete) Futter verteilt.

Immerhin scheint ja die Erkenntnis, dass auch Idealisten eine materielle Basis brauchen, inzwischen selbst da angekommen zu sein, wo bisher die kulturellen Rasensprenger per unfreiwilliger Umverteilung für blühende Landschaften gesorgt haben. Dass Kreative so etwas wie Lichtesser sind, die von verqualmter Luft und der Liebe zur hehren Kunst satt werden, hat den Kulturführern schon länger niemand mehr abgenommen – abgesehen von den Kreativen selbst natürlich, die ja auch irgendwoher ihr Selbstwertgefühl beziehen mussten.

Aber warum sollte es jungen deutschen Schauspielern auch grundsätzlich besser gehen als isländischen Musikern? Erst waren alle anderen pleite. Nun sind die Kreativen dran. Es sei denn, sie lernen endlich, sich vernünftig zu wehren. Vorzugweise gemeinsam mit allen anderen abhängig Beschäftigten. So ganz ohne Übung wird das sicher schwer…

Quelle: Leserkommentare zum Artikel der taz., zuletzt aufgerufen am 07.04.2013


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