Archiv: Diskussion bei Sekt & Brezel

Leserkommentare

Ruth sagte am 4. April 2013 um 21:07 :
Ihr bringt mich echt ans Nachdenken. Ich bin ja eher nicht so ein Aufstand-Typ und hätte die Gießener vermutlich auch eher blöd gefunden. Aber eure Gedanken dazu bringen mich ans Überlegen und Grübeln….
Wissen die Gießener, dass ihr euch so mit ihrer Arbeit auseinandersetzt?

emese sagte am 5. April 2013 um 08:39 :
na, das ist doch schon toll, danke! ;) wir versuchen in den nächsten tagen mit unserer freundin kathrin, die in gießen studiert und auch in berlin gewesen ist, ein treffen hinzukriegen, um darüber zu reden und ich geh davon aus, dass die gießener es spätestens danach wissen! aber auch von uns abgesehen hat ihre aktion für großes aufsehen gesorgt, verständlich. Liebe Grüße!

Fabian sagte am 5. April 2013 um 15:23 :
Sekt & Brezel funktioniert! Zuweilen werde ich jetzt schneller über Eure Seite auf Ereignisse aufmerksam als auf Nachtkritik, die ich eigentlich immer lese… Schöne Beschreibungen/Überlkegungen zur Gießener Aktion, die natürlich so gut ist, weil sie punktgenau das ganze System offenlegt. Nicht zuletzt den Punkt, dass der Aufstand natürlich immer auch weh tun wird, im Kleinen unfair ist, weil er eine größere Ungerechtigkeit sichtbar zu machen sucht. Die Reaktion des Theaters ist halt feige. Es müsste sich anschließen und seine eigene Veranstaltung boykottieren. Sonst ist es eben nie eine Frage des Aufstandes, sondern immer eine des Sachzwangs. Was sollte das denn sein, eine Revolte ohne Verlust? Noch die beleidigten Reaktionen sind Teil der Sichtbarmachung, dass hier der Untersuchungsgegenstand nicht von allen so wirklich begriffen wurde. Und dass die Gießener ihre Aktion nicht selbst als heroische Tat inszenieren, sondern als Forderung nach 1.000 Euro Entlohnung, ist ebenfalls sehr klug, weil sie den Klischees der romantischen Rebellions-Geste entgehen. Sie setzen eine gezielte Provokation, die dann sehr viel mehr sichtbar macht, als sie selbst inszenieren könnten – und machen sich damit auch selbst angreifbar. Viel mehr kann sich ein Festival mit dem genannten Titel eigentlich nicht wünschen…

Noch eine Anmerkung: Das Karin Beier-Buch ist bestimmt wirklich interessant, denn Beier hat als Intendatin in Köln in den letzten Jahren ein ums andere Mal den Aufstand nicht nur geprobt, sondern auch durchgeführt, steht der obigen Diskussion also in nichts nach und ist in Köln nicht nur in ihrem Spielplan sondern auch als Bürgerin der Stadt eine echte poltische Akteurin gewesen. Mal sehen, wie das in Hamburg wird…

Ana B sagte am 6. April 2013 um 19:31 :
Ja, ihr lieben: die Gießener wissen sehr wohl um die disskusion und führen sie auch selbst weiter fort, gerade die letzten Tage mit dem online immer noch präsenten und aktiven Publikum und sogenannten `geschädigten` zu finden auf: https://www.facebook.com/groups/osterfestival/
recht weitläufig manchmal die Disskusion, dafür heiß und auch aberwitzig. Ich bin ein bischen stolz auf meine Kollegen, die dies ausführten, taten sie doch etwas lang schon ausstehendes -den Aufstand ohne Inszenierung. MIt dem Kunst-schleier übergeworfen wär das ganze doch wieder nur nett gewesen, wie oben so treffend angestellt. Schon seit den jetzt mehrjährigen Einladungen des Gorkis fragte man sich, wie man mit ihm umgeht. Angebot annehmen und seine Kunst zeigen unter den Umständen? nee, obwohl man natürlich gerne nach Berlin will, was zeigen will, aber dann doch lieber bei 100° wo es einen offensichtlichen Karneval aller gibt und man es absolut akzeptieren kann- denn sie erheben auch keine Ansprüche (a la unbezahltes Praktikum aber bitte mit profunden Kenntnissen, Studium, Flexibilität und Führerschein)
Die immer wieder auftauchenden Inszenierungen ums Thema Aufstand (siehe oben) senken sich über meine Augenlieder wie ein tiefes Gähnen. MIt solchen Themen etwas in den Zuschauern auszulösen, was über einen leichten Gedanken und Zustimmung reicht ist so theorethisch, wie die Verbreitung der Liebe durch die Biebel!

Quelle: Diskussion zum Blog-Text auf Sekt & Brezel, zuletzt aufgerufen am 07.04.2013


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