Archiv für April 2013

Diskussion: Weiterführende Aktionen/Anregungen

Diskussion: Die Aktion am Ostersonntag im MGT

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Artikel auf dem Blog „sekt und brezel“, 04.04.2013 von emese

Den Aufstand bitte draußen machen.

Je länger ich über den Gießener Aufstand im Maxim Gorki Theater nachdenke, umso mehr Fragen habe ich. Da gibt es anscheinend ein Theaterhaus, das über den Aufstand an sich nachdenken lassen will und auch Raum geben will für „Inszenierungen“. Dann gibt es statt einem inszenierten Aufstand einen richtigen. Das Theaterhaus positioniert sich in diesem Zug völlig autark gegenüber jeglicher Kritik und untermauert das mit Sachzwängen. Ja, im Theater gibt es nicht viel Geld. Aber wie gut ist es denn, dass es laut ausgesprochen wird! Und dass es Menschen gibt, die den Aufstand dafür nicht mehr nur noch üben, üben, üben, sondern machen. Es kann doch nicht sein, dass man daran nichts ändern kann. Nicht diese Woche und nicht mit 1000 Euro, aber es kann doch was angestoßen werden. Wofür Aufstände üben, warum darüber diskutieren und philosophieren wenn sogar die, die dazu veranlassen, keine Lösungen suchen? Es gibt doch einiges wofür wir einen Aufstand bräuchten. Diesen nur zum Diskurs zu machen ist nicht weit genug gedacht. In einem Artikel habe ich gelesen, dass eine Studentin traurig gewesen ist, weil ihre Vorstellung aufgrund des Aufstandes ausfallen musste. Ich verstehe nicht ganz. Da gibt es Studierende die gegen die Verhältnisse protestieren, auf die sie geradewegs hinperformt und sie macht nicht mit? (Am besten wäre es noch gewesen, wenn sie in ihrer Arbeit auf die merkwürdige Geldverteilung in der Kulturszene hingewiesen hätte.) Wie Lisa aber ja schon schrieb, hätte es sehr wohl die Möglichkeit für sie gegeben ihre Arbeit innerhalb des Aufstandes zu zeigen. Aber gut. (mehr…)

Artikel nachtkritik.de, 01.04.2013 von (chr)

Studenten besetzen die Hinterbühne des Maxim Gorki Theaters Berlin
Bis die Technik das Licht ausmacht

Berlin, 1. April 2013.“Aufstand proben“ ist gleichermaßen das Spielzeit-Motto des Maxim Gorki Theaters (MGT) und Claim für das 6. Osterfestival der Kunsthochschulen, das gestern und heute in dem kleinen Staatstheater nahe der Straße Unter den Linden in Berlin-Mitte läuft. Aber statt nur zu proben haben Studenten der Angewandten Theaterwissenschaften Gießen den Aufstand gleich auch vollzogen – und zwar den Aufstand gegen die Arbeitsbedingungen im zeitgenössischen Theaterbetrieb.

Mit ihrer Arbeit unter dem Titel „Leaving the 21st Century – sozialistische Schauspieler waren schwerer von der Idee eines Regisseurs zu überzeugen (ist jetzt aber nicht mehr so!) Boycotts are much easier now“ besetzten die Studenten die Hinterbühne des Hauses. Ihr Protest richtet sich gegen die Produktionsverhältnisse des Festivals, die gleichsam repräsentativ für die „Prekarisierung“ von Künstlern im heutigen Theaterbetrieb seien, so die Studenten. (mehr…)

Artikel rbb online, 01.04.2013 von Bettina Rehmann

Boykott der Theaterstudenten
Studenten besetzen Bühne im Maxim Gorki Theater

Das 6. Osterfestival der Kunsthochschulen am Maxim Gorki Theater hatte geladen – und 13 Schauspielstudenten der Justus-Liebig-Universität Gießen nahmen das diesjährige Motto „Aufstand proben“ wörtlich. Ihnen sollte am ersten Festivaltag die Hinterbühne für die erste Vorstellung gehören – sie besetzten diese.

Alle folgenden Vorstellungen des ersten Festivaltages, die auf der Hinterbühne des Maxim Gorki Theaters stattfinden sollten, fielen aus. Zuschauer wurden nach Hause geschickt, Eintrittspreise erstattet. Der Protest der Studenten richtete sich gegen die Ausbeute von Künstlern und generelle Mängel in der Bezahlung und Förderung von Kultur. (mehr…)

Artikel Taz, 01.04.2013 von Konrad Litschko

Die Revolte ist nicht gespielt von

Das Maxim-Gorki-Theater lud Jungschauspieler zu einem Festival mit dem Motto „Aufstand proben“ – doch dann besetzen die kurzerhand die Bühne.

Gerne redet das Maxim Gorki Theater derzeit der Rebellion das Wort. „Revolte“ hat man sich in dieser Spielzeit an die Studio-Fassade genagelt. Drinnen ruft in Ibsens Volksfeind der Heilbad-Arzt zur Auflehnung, in Petras’ Gladow-Bande mischen Halbwüchsige das Nachkriegs-Berlin auf. Nur folgerichtig wurde auch das alljährliche Osterfestival für den Schauspielnachwuchs betitelt: „Aufstand proben“. (mehr…)

Kontakt

studierende_atw_giessen(at)gmx.de

Wenn das Interesse besteht weitere Informationen zu erhalten, schreibt eine eMail an die oben genannte Adresse.

Herzlich Willkommen!

Auf diesem Blog findet ihr Informationen zu dem Boykott des 6. Osterfestivals der Kunsthochschulen am Maxim-Gorki-Theater Berlin, angestoßen durch die Gießener Studierenden der Angewandten Theaterwissenschaft. Die Student/-innen hatten ihren, für eine Stunde angesetzten Festivalbeitrag „Leaving the 21st century – Sozialistische Schauspieler waren schwerer von der Idee eines Regisseurs zu überzeugen (Ist jetzt aber nicht mehr so!) Boycotts are now much easier!“ unmittelbar in eine Besetzung der Hinterbühne übergehen lassen. Damit protestierten sie gegen die Ausschreibungsbedingungen des Osterfestivals, die exemplarisch sind für die Tendenz in der deutschen Kulturlandschaft, die Arbeit von Künstler/innen unter Wert oder gar nicht zu entlohnen. Zugleich verstand sich die Aktion auch als Kritik gegen das Festivalmotto „Aufstand proben“ und den damit implizierten Kunstbegriff, der Aufstand und politische Aktion lediglich zur Etikettierung ihrer Institutionen zulässt, das Problem, dabei selber ausbeuterische Verhältnisse zu reproduzieren, aber nicht reflektieren will.
Die während und in Folge der Besetzung (auf der Bühne, in Blogs, Zeitungen, oder bei Facebook) entstandenen Diskussionen sollen hier dokumentiert, aufgegriffen und weitergeführt werden. Zugleich soll diese Plattform dazu dienen, die Kommunikationen unter Studierenden, Künstler/-innen und Interessierten zu verbessern, reale Konsequenzen aus der Aktion zu ziehen und weitere Schritte zu organisieren.
Dieser Blog versteht sich als freie Plattform. Jeder Beitrag soll hier veröffentlicht werden können. Wir wollen nicht zensieren, behalten uns jedoch vor, Spams und Beleidigungen bestimmter Personengruppen zu löschen.
Wir übernehmen keine Haftung für jeglichen Inhalt der Seite.


Im Folgenden findet ihr eine Übersicht der Seite:

1: Information – Hier findet ihr Einladungstexte, allgemeine Informationen und ein Protokoll zu der Aktion am 31.03.2013.

2: Diskussionsforum – Fühlt euch eingeladen zu unseren vorgeschlagenen Themen zu diskutieren oder erstellt gerne auch weitere! Außerdem könnt ihr hier als Archiv die Kommentare aus Facebook und anderen Internetseiten nachlesen. Wir stellen diese Diskussionsplattform zur Verfügung und möchten darauf hinweisen, dass wir nicht alle hier geäußerten Meinungen vertreten. Wir möchten nicht zensieren, aber wir behalten uns vor Beiträge, die offensichtlich am Thema vorbei gehen oder bestimmte Personengruppen beleidigen, zu entfernen.

3: (Presse)stimmen – Hier können Presse- oder andere Beiträge zu der Aktion gepostet werden! Den Pressespiegel findet ihr hier zum Download.

4: Texte zum Thema - Gerne könnt ihr hier Texte, die mit der Thematik zu tun haben, veröffentlichen!

Fotos von Daniel Kovalenko ©