Herzlich Willkommen!

Auf diesem Blog findet ihr Informationen zu dem Boykott des 6. Osterfestivals der Kunsthochschulen am Maxim-Gorki-Theater Berlin, angestoßen durch die Gießener Studierenden der Angewandten Theaterwissenschaft. Die Student/-innen hatten ihren, für eine Stunde angesetzten Festivalbeitrag „Leaving the 21st century – Sozialistische Schauspieler waren schwerer von der Idee eines Regisseurs zu überzeugen (Ist jetzt aber nicht mehr so!) Boycotts are now much easier!“ unmittelbar in eine Besetzung der Hinterbühne übergehen lassen. Damit protestierten sie gegen die Ausschreibungsbedingungen des Osterfestivals, die exemplarisch sind für die Tendenz in der deutschen Kulturlandschaft, die Arbeit von Künstler/innen unter Wert oder gar nicht zu entlohnen. Zugleich verstand sich die Aktion auch als Kritik gegen das Festivalmotto „Aufstand proben“ und den damit implizierten Kunstbegriff, der Aufstand und politische Aktion lediglich zur Etikettierung ihrer Institutionen zulässt, das Problem, dabei selber ausbeuterische Verhältnisse zu reproduzieren, aber nicht reflektieren will.
Die während und in Folge der Besetzung (auf der Bühne, in Blogs, Zeitungen, oder bei Facebook) entstandenen Diskussionen sollen hier dokumentiert, aufgegriffen und weitergeführt werden. Zugleich soll diese Plattform dazu dienen, die Kommunikationen unter Studierenden, Künstler/-innen und Interessierten zu verbessern, reale Konsequenzen aus der Aktion zu ziehen und weitere Schritte zu organisieren.
Dieser Blog versteht sich als freie Plattform. Jeder Beitrag soll hier veröffentlicht werden können. Wir wollen nicht zensieren, behalten uns jedoch vor, Spams und Beleidigungen bestimmter Personengruppen zu löschen.
Wir übernehmen keine Haftung für jeglichen Inhalt der Seite.


Im Folgenden findet ihr eine Übersicht der Seite:

1: Information – Hier findet ihr Einladungstexte, allgemeine Informationen und ein Protokoll zu der Aktion am 31.03.2013.

2: Diskussionsforum – Fühlt euch eingeladen zu unseren vorgeschlagenen Themen zu diskutieren oder erstellt gerne auch weitere! Außerdem könnt ihr hier als Archiv die Kommentare aus Facebook und anderen Internetseiten nachlesen. Wir stellen diese Diskussionsplattform zur Verfügung und möchten darauf hinweisen, dass wir nicht alle hier geäußerten Meinungen vertreten. Wir möchten nicht zensieren, aber wir behalten uns vor Beiträge, die offensichtlich am Thema vorbei gehen oder bestimmte Personengruppen beleidigen, zu entfernen.

3: (Presse)stimmen – Hier können Presse- oder andere Beiträge zu der Aktion gepostet werden! Den Pressespiegel findet ihr hier zum Download.

4: Texte zum Thema - Gerne könnt ihr hier Texte, die mit der Thematik zu tun haben, veröffentlichen!

Lagebeschreibung in Stunde 3 der Besetzung

Der folgende Text ist während der Besetzungszeit von verschiedenen Besetzer_innen entstanden. Nachdem weiteren Zuschauern der Zugang zur Bühne verwehrt wurde und keinerlei Information zur Aktion an diese weitergegeben wurde (die Ansage im Foyer vom MGT lautete „Die weiteren Vorstellungen auf der Hinterbühne sind für heute abgesagt“), entschieden wir uns einen beschreibenden Text zur Lage zu schreiben und in der Kantine zu verlesen.

Aufstand kann nicht geprobt werden.

Schilderung der Lage: Die Hinterbühne des Maxim Gorki Theater Berlin ist im Rahmen einer Kunstaktion besetzt. (mehr…)

Protokoll der Aktion

31.03.2013, Maxim Gorki Theater Berlin, Hinterbühne

Diese Chronik behandelt die Erlebnisse der Vertretung der studentischen Vollversammlung der ATW im Maxim-Gorki-Theater Berlin.

Die Grundsituation der angereisten Gruppe, die sich als Vertretung der studentischen Vollversammlung der ATW begriff, stellte sich wie folgt dar:
Eine Gruppe der ATW wurde eingeladen um eine Performance im Rahmen des Osterfestivals 2013 am Maxim Gorki Theater zu zeigen. In einer Vollversammlung wurde beschlossen das Festival zu boykottieren um die schlechten Arbeitsbedingungen des Festivals nicht zu reproduzieren. Aus diesem Impuls entstand eine Gruppe, die sich am Sonntag den 31. März 2013 auf der Hinterbühne des Maxim Gorki Theaters einfand und eine Performance zeigte, die sich zu einer Besetzung entwickelte. (mehr…)

Programmhefttext

Leaving the 21st century – Sozialistische Schauspieler waren schwerer von der Idee eines Regisseurs zu überzeugen (Ist jetzt aber nicht mehr so!)
Boycotts are now much easier!

Wir kommen um zu boykottieren!
Ein Boykott ist ein organisiertes wirtschaftliches, soziales oder politisches Zwangs- oder Druckmittel, durch das eine Person, eine Personengruppe, ein Unternehmen oder ein Staat vom regelmäßigen Geschäftsverkehr ausgeschlossen wird! Heute steht der Boykott allgemein für eine Verrufserklärung oder Ächtung durch Ausdruck einer kollektiven Verweigerungshaltung!
Der wirtschaftliche Boykott dient insbesondere der Ausschaltung von Konkurrenz; der soziale Boykott als Druckmittel von Interessensgruppen (etwa im Arbeitskampf); der politische Boykott ist ein staatliches Sanktionsmittel gegenüber anderen Staaten! (mehr…)

Trailer

http://www.youtube.com/watch?v=wiF6KSDLUoE

Einladung der Studierendenschaft der ATW Gießen vom 23.03.

Sehr geehrte Damen und Herren,

vom 31. März bis 01. April 2013 veranstaltet das Maxim Gorki Theater Berlin nun zum 6. Mal in Folge das Osterfestival der Kunsthochschulen. Laut Eigendarstellung bietet das Festival erneut dem „Nachwuchs“ die Möglichkeit „ohne Druck“ und „innerhalb eines professionellen Rahmens“ Theaterarbeiten zum Thema „Aufstand proben“ einem „weit gefächertem Publikum“ zu zeigen.
Damit versucht das MGT scheinbar ein Image als Ort des subversiven, gar politischen Theaters zu pflegen, das selbstlos jungen aufstrebenden Theaterschaffenden eine Chance im etablierten Kulturbetrieb bietet. (mehr…)

Einladung des MGT: „Aufstand Proben Osterfestival am 31.3. und 1.4.“

„Zu Ostern gehören die Bühnen des Maxim Gorki Theaters Berlin dem Nachwuchs: Ein Zusammenkommen für alle, die junges Theater sehen wollen, eine Möglichkeit für teilnehmende Künstler, sich ohne Druck zu präsentieren und eine Chance für angehende Kunststudenten und andere Interessierte, sich einen Überblick über die Profile und Ausrichtungen der Hochschulen zu verschaffen.
Während der Feiertage, am Sonntag, 31. März und Montag, 01. April 2013, bieten wir Raum für die Präsentation von Eigenarbeiten, die innerhalb eines professionellen Rahmens einem weit gefächerten Publikum zugänglich gemacht werden können. (mehr…)